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Narrative

Wenn Sie Berlin einmal besuchen, werden Sie sofort empfinden, dass es eine ungewöhnliche Stadt ist, eine geteilte Stadt, geteilt in Ost- und Westberlin, durch zwei verschiedene politische Systeme. Bis zum Jahre 1961 konnte man innerhalb der gespaltenen Stadt ungehindert hin- und herfahren. Man konnte auch-rm-- Osten wohnen und im Westen arbeiten oder umgekehrt. Man konnte Familienangehörige auf dieser oder jener ..Seite besuchen, Gedanken austauschen und Ver'ijleiche anstellen, was allerdings dazu fuhrte, dass mehr und mehr Menschen vom Osten uber Berlin den Weg in den Westen suchten. Sie flohen, verliessen ihre Heimat, sie wollten sich nicht den harten Lebensbedingungen und dem politischen Druck des Systems unterwerfen unter dem sie lebten. Der Flüchtlingsstrom war ~ufe der Jahre etwa auf vier Millionen angestiegen, und es wären gewi~h viele geflohen, wenn nicht am 13. August 1961 die Mauer gebaut worden wäre, die heute ungefähr sechzehn Millionen Deutsche von der westlichen Welt trennt. Auf der einen Seite der Mauer ist man verzagt, verzweifelt und hoffnungslos, auf der anderen bedrückt, verbittert und nicht ohne Furcht. Aber man gibt in Westberlin nicht auf. Die Blockade allein wäre Grund genug gewesen, alle Hoffnungen auf ein normales Leben und einen Wiederaufbau zu zerstören. Wenn Sie Berlin damals, oder vielleicht gleich nach dem Kriege gesehen hätten, wÜrden Sie sich (darüber) wundern, wie man inzwischen, trotz soviel Unsicherheit, so grosszügig planen, entwerfen, experimentieren und bauen konnte. Das Leben in Westberlin pulsiert jetzt wieder wie in den zwanziger Jahren.-- Besucher, die aus der Bundesrepublik, oder aus dem Ausland kommen, können im Gegensatz zu den westberlinern auf einen Tag nach Ostberlin fahren. fällen erhalten Sie sogar eine Einreiseerlaubnis für die DDR, um Verwandte zu besuchen, oder zur Leipziger Messe zu fahren. Dem DDR-Bewohner dagegen ist das Reisen in den Westen nicht gestattet. Nur für Leute, die arbeitsunfähig sind, oder das 70. Lebensjahr erreicht haben, besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Familienzusammenführung zu stellen und auf diese Weise die DDR legal verlassen zu können. Auf illegalem Wege in den Westen zu gelangen, riskieren heute nur noch Einzelne und dann unter Einsatz ihres Lebens.In Sonder-
empfinden (a,u)to feel
teilen (w)to divide
das System,-ethe system
innerhalb (plus gen)within, inside of
gespaltensplit
ungehindertwithout hindrance
umgekehrtvice versa
jener (jenes, jene)that, yon
der Gedanke,-ns,-nthe thought
austauschen (w)to exchange
Vergleiche anstellen (w)to make comparisons
••• dazu führte, dass••• led to (someonels doing something) •••
über Berlinby way of, via Berlin
verlassen (ä,ie,a)to leave
hartharsh
qie Bedingung,-enthe condition
der Druck,::ethe pressure
unterwerfen (i,a,o)to subjugate
der Strom,::ethe flow, stream, river
im Laufein the course
ansteigen (ie,ie) auf (ist)to rise to
die Mauer,-nthe wall
trennen (w)to separate
verzagtdisheartened
verzweifeltdespairing
bedrücktdepressed
verbittertembittered
die Furchtthe fear
der Grund,::ethe reason
inzwischenin the meantime
grosszügigon a large scale
bauen (w)to build
pulsieren (w)to throb, pulsate
der Gegensatz,~ethe contrast
auf einen Tagfor (a per iod of) a day
der Sonderfall,~ethe special case
erhalten (ä,ie,a)to receive
die Einreiseerlaubnis,-sethe entry permit
gestatten (dative) (w)to permit (to someone)
unfähigincapable
bestehen (bestand, bestanden)to exist
auf diese Weisein this manner
gelangen (w)to get (to)
einzelnindividual
unter Einsatzat the risk

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